Kurzfristige Prognose
Die kurzfristige Prognose des Projektes befasst sich mit der Entwicklung von Analyseinstrumenten für Banken
und Nichtbanken.
Das bestehende Instrument für Banken wurde einem Praxistest unterzogen und anschließend weiterentwickelt. In
einer ex post Betrachtung werden die Jahresab-schlüsse von drei Jahren als Grundlagendatensatz erfasst und
modelliert. Daraus ableitbare Aussagen werden mit der tatsächlichen Beschäftigungsentwicklung in den erfassten
Kreditinstituten abgeglichen. Hieraus werden Konsequenzen für die Weiterentwicklung des
betriebswirtschaftlichen Modells für Kreditinstitute ebenso abgeleitet sowie Konsequenzen für die
Übertragbarkeit der Systematik auf Nichtbanken.
Beide Instrumente werden anschließend Experten vorgestellt und hieraus gewonnene Erkenntnisse in die
Instrumente eingearbeitet.
Der quantitative Teil des Früherkennungssystems modelliert zu einem großen Teil Informationen aus
Jahresabschlüssen. Hierfür gibt es für Banken eigene, sehr spe-zielle Bilanzierungsvorschriften. Im
qualitativen Teil fokussiert sich die Analyse hauptsächlich auf nicht-monetäre Informationen aus den
veröffentlichten Jahresabschlüssen und dem Unternehmensumfeld. Für Nichtbanken wird ein ähnliches
betriebswirtschaftliches Modell entwickelt.
Aus der Lage dieser Kennzahlen heraus können Rückschlüsse über den wirtschaftlichen Zustand eines
Unternehmens getroffen werden. Zusammen mit der Bewertung qualitativer Aussagen ergibt sich für den Analysten
ein Gesamtbild des Unternehmens. Beide Instrumente sind so gestaltet, dass dem Analysten der notwendige Freiraum
bei der Analyse erhalten bleibt. Unmittelbar lassen sich aus den Ergebnissen grundsätzlich keine eindeutigen
Rückschlüsse auf drohenden Beschäftigungsabbau ziehen. Allgemein gilt, dass Beschäftigungsrisiken steigen, je
schlechter sich der wirtschaftliche Zustand eines Unternehmens darstellt.
Externe Stakeholder die Aussagen über den Zustand eines Unternehmens treffen möchten, bleibt meist nur der
Blick in den veröffentlichten Jahresabschluss. Gerade diese Datengrundlage ist starken Gestaltungsmöglichkeiten
unterworfen. Die Aussagekraft eines Jahresabschlusses wird einerseits durch gesetzliche Wahlmöglichkeiten der
verschiedenen Rechnungslegungsvorschriften beeinflusst und andererseits durch die Jahresabschlusspolitik.
Beides, gesetzliche Rahmenbedingungen und Jahresabschlusspolitik, wirken sich auf die objektive Aussagekraft
eines Jahresabschlusses aus. Unternehmen erstellen Jahresabschlüsse in einem Spannungsfeld: Sie wollen ein
optimales Bild nach außen abgeben mit einer optimierten steuerlichen Belastung.
Ebenso erschwert die asymmetrische Informationsverteilung interner gegenüber externen Adressaten und
Interessenten eine Analyse über die zukünftige Entwicklung.
Dessen müssen sich Anwender eines externen Frühwarnsystems bewusst sein. Weil sonst eine scheinbare
Ergebnissicherheit erzeugt wird, die vor allem durch die Gestaltungsmöglichkeiten aus der Rechnungslegung
heraus und der oberflächlichen Informationslage aber nicht gegeben ist.
Der zweite Teil des Kurzberichts stellt ein Analyseinstrument für Banken und Nichtbanken vor, das künftige
Beschäftigungsrisiken aus der Einschätzung der künftigen Unternehmensentwicklung ableitet.
Kurzbericht, Teil II
(kurzfristige Prognose) (PDF, 0.5 MB)
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