Mittelfristige Prognose
Eine mittelfristige Prognose der Arbeitsmarkt- und Berufsentwicklung bis 2012 erfordert sowohl eine
Prognose der zukünftig nachgefragten Arbeitskräfte als auch eine Schätzung des regional vorhandenen
Arbeitskräfteangebots.
Prognose der Arbeitsnachfrageentwicklung
Für die Prognose der zukünftig nachgefragten Arbeitskräfte werden die langfristige Trendentwicklung
und der konjunkturelle Einfluss auf die ausgewählten Berufsgruppen analysiert.
Ausgangspunkt der Nachfrageprognose ist die Zeitreihe der sozialversicherungspflichtig beschäftigten
Personen von 1987 bis 2007 für die Teilregionen. Diese liegen differenziert für alle Berufsgruppen vor.
Die langen Zeitreihen werden mit Hilfe der ökonometrischen Zeitreihenanalyse untersucht und es erfolgt
eine Spezifizierung geeigneter ARIMA bzw. ARDL-Modelle. In diesem Zug werden identifizierte Strukturbrüche
und die konjunkturelle Entwicklung für die einzelnen Berufsgruppen jeweils in geeigneter Weise modelliert.
Anschließend wird mit diesen Modellen die mittelfristige Entwicklung der Nachfrage bis 2012 geschätzt.
Im Anschluss evaluieren Experten die statistischen Ergebnisse für den regionalen Arbeitsmarkt.
Prognose der Arbeitsangebotsentwicklung
Bei der mittelfristigen Prognose des regional vorhandenen Arbeitskräfteangebots wirken die
Bevölkerungsentwicklung sowie die Erwerbsneigung als zentrale Einflussfaktoren. Auf der Basis eines
stufenweisen Schätzmodels als Top-Down-Ansatz wird das regionale Arbeitsangebot bis 2012 prognostiziert.
Ausgangspunkt der Angebotsprognose ist die Zahl der erwerbsfähigen Personen in den Teilregionen im
Basiszeitpunkt 2006. Die Ausgangsdaten sind differenziert nach Alter, Geschlecht, Beruf und Qualifikation
für jede einzelne der untersuchten Teilregionen. Im zweiten Schritt wird dieser Basiswert mit der künftigen
Erwerbsbeteiligung zusammengeführt, um eine Prognose für 2012 des in den jeweiligen Kreisen wohnhaften
Potenzials an Arbeitskräften zu erhalten. In die Abschätzung der nach Geschlecht und Altersgruppen
differenzierten künftigen Erwerbsbeteiligung fließen folgende Faktoren ein:
- Demographische Entwicklung
- Wanderungen
- Anstieg der Frauenerwerbstätigkeit
- Straffung der Ausbildungszeiten
- Erhöhung des Renteneintrittsalters
Unter Berücksichtigung all dieser Effekte lässt sich die nach Kreisen, Alter und Geschlecht differenzierte
Prognose des Arbeitsangebots erstellen. Die qualifikations- und berufsspezifische Erwerbsbeteiligung wird
dabei als strukturkonstant angenommen. Erkenntnisse über berufsspezifische Entwicklungsmuster fließen als
ergänzende Experten-Informationen in die Endergebnisse ein.
Zusammenführung der Nachfrage- und Angebotsprognose
Die Erwartung über das mittelfristig verfügbare Arbeitskräfteangebot wird mit der prognostizierten Nachfrage
abgeglichen. Die Gegenüberstellung der projizierten mittelfristigen Angebots- und Nachfrageentwicklung kann
helfen, Überschüsse bzw. Defizite auf dem Arbeitsmarkt zu identifizieren. Im Anschluss bewerten Experten diese
Überschüsse oder Defizite und diskutieren sie gegebenenfalls. Somit werden Mismatches in bestimmten Berufen bzw.
Berufsgruppen erkannt. Die Ergebnisse der mittelfristigen Prognose bilden einen ersten Anhaltspunkt für die
regionale Aus- und Weiterbildungspolitik.
Der Kurzbericht zeigt die wichtigsten Ergebnisse der Berufs- und Qualifikationsprognosen.
Kurzbericht, Teil I
(mittelfristige Prognose) (PDF, 0.5 MB)
Lesen Sie eine Dokumentation des
Internationalen Expertenworkshops
am 2. Juli 2007. (PDF, englisch, 4,2 MB)
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