regio pro

Projektbeschreibung

Ein wesentlicher Wettbewerbsfaktor für die Unternehmen ist das Angebot von Fachkräften in einer Region. Fachkräfte müssen sowohl ausreichend vorhanden als auch mit den von den Unternehmen nachgefragten Qualifikationen ausgestattet sein.

Damit ausreichend Fachkräfte mit den gewünschten Qualifikationen bereitgestellt werden können, muss eine entsprechend effektive Aus- und Weiterbildungspolitik durch die Region betrieben werden. Sie muss vor allem auch vorausschauend entwickelt werden, damit frühzeitig klar ist, welche Fachkräfte von den Unternehmen in Zukunft benötigt werden.

Deshalb sind Informationen erforderlich, die frühzeitig die zukünftige Entwicklung auf dem regionalen Arbeitsmarkt zeigen. Sie sind für regionale Wirtschaftsförderung, Unternehmen, Sozialämter, Arbeitsgemeinschaften, Weiterbildungsträger, berufsbildende Schulen, Vermittler, Berater und sonstige regionale Akteure notwendig, die durch Vernetzung und abgestimmtes Verhalten dafür Sorge tragen, dass bedarfsorientiert ausgebildet wird.

Hier setzt das Projekt "regio pro" vom Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK) der Goethe-Universität an. Als Grundlage dient ein in einem Modellprojekt entwickelter neuartiger Ansatz, der Frühinformationen mit regionalem Zuschnitt für das Jahr 2014 generiert und auf die folgende Weise bereitstellt: Basis des Frühinformationssystems bildet eine Prognose, die die Beschäftigungsentwicklung sowohl nach Berufen als auch nach Qualifikationen auf regionaler Ebene vorhersagt. Diese Vorausschau bezieht sich auf einen Fünf-Jahres-Zeitraum, weil damit rechtzeitig künftige Veränderungen abgebildet und quantifiziert werden können. Neben diesem quantitativen Teil ist die Expertenbefragung ein wesentlicher Bestandteil des Projektes. Die Ergebnisse der Prognose werden Experten aus der Region zur Kommentierung vorgelegt, damit diese ihr Wissen über die spezifische Situation der Region einbringen können. Diese ordnen die prognostizierte Entwicklung der Berufe aus ihrer Sicht ein. Die Einschätzung der Experten wird den Ergebnissen der Prognose gegenüber gestellt. Beide Resultate bilden die Grundlage, um zu entscheiden, in welchen Berufen und Qualifikationen bereits heute Aktivitäten entfaltet werden müssen, damit zukünftig weder ein Mangel noch ein Überschuss an Fachkräften herrscht. Darüber hinaus zeigen die Experten neuere Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt, die durch eine quantitative Prognose nicht eruiert werden können. Weiterhin benennen sie Handlungsfelder, in denen die regionalen Arbeitsmarktakteure ihre Arbeit gemeinsam gestalten können, wie z.B. im Bereich der Aus- und Weiterbildung.

Im Rahmen des Projektes werden Prognosen für alle 26 Kreise und Kommunen Hessen, die drei Regierungsbezirke in Hessen Darmstadt, Gießen und Kassel sowie für Hessen insgesamt durchgeführt.